Montag, 11. Juli 2016

Gastvortrag 13.07.2016 - Das Grottenheiligtum am Osthang von Pergamon

Im Rahmen des Forschungskolloquiums spricht diesen Mittwoch Dr. des. Benjamin Engels aus Berlin zum Thema
Das Grottenheiligtum am Osthang von Pergamon
Das im Jahr 2010 ausgegrabene Grottenheiligtum am Osthang des Stadtberges von Pergamon wirft dank seiner dichten archäologischen Überlieferung ein Schlaglicht auf die religiöse Lebenswirklichkeit im späten Hellenismus. Die Architektur des Heiligtums ist durch unterschiedliche Formen der Integration und Imitation von Naturmalen geprägt. Dabei kommt es weniger auf Authentizität als auf die Inszenierung einer numinosen Atmosphäre an. Das Grottenheiligtum steht damit exemplarisch für einen signifikanten Wandel des Mensch-Umwelt-Verhältnisses in den letzten Jahrhunderten v. Chr. Zudem ist in einem umfangreichen geschlossenen Depot der Großteil der Ausstattung des Heiligtums erhalten, die einen detaillierten Einblick in die Bankett- und Votivpraktiken gewährt und somit eine akteursorientierte historische Einordnung des Gesamtbefundes erlaubt.
 
 
Hierzu sind alle herzlich willkommen. 

Montag, 4. Juli 2016

Gastvortag 06.07.2016- Ausgrabungen in S. Anna bei Agrigent – Fragen zu Votivpraxis und rituellem Konsum in einem extraurbanen Heiligtum

 Zum Thema
Ausgrabungen in S. Anna bei Agrigent – Fragen zu Votivpraxis und rituellem Konsum in einem extraurbanen Heiligtum
spricht diesen Mittwoch Prof. Dr. Natascha Sojc aus Augsburg:
 
In S. Anna bei Agrigent untersucht ein Team der Universität Augsburg zusammen mit Kooperationspartnern die Langzeitentwicklungen eines Geländes, das sich in Sicht- und Hörweite zum Zentrum des ehemaligen Akragas befindet. Mit Methoden der Geoprospektion, mit Oberflächenuntersuchungen des Geländes und dann im Zuge eines ersten Grabungsschnittes konnte festgestellt werden, dass sich auf dem untersuchten Hügelrücken ein suburbanes Heiligtum befand. Bekannt ist, dass insbesondere ländliche Sakralzonen im Sizilien des 6. und 5. Jahrhunderts v. Chr. zur Konstruktion einer kollektiv-lokalen Identität der verschiedenen Bevölkerungsgruppen genutzt wurden, dass sie daher kulturelle Formationsprozesse widerzuspiegeln vermögen.
Bisher konnten auf besagtem Hügelrücken unter einer Einsturzschicht Überreste eines Sakralgebäudes freigelegt werden, dass offensichtlich das ganze 5. Jh. v. Chr. hindurch frequentiert wurde. Die Funde weisen darauf hin, dass das Areal als Speisebereich diente und für Opferhandlungen genutzt wurde. Die gut erhaltenen Kontexte werfen Fragen hinsichtlich des Zusammenhangs der verschiedenen religiösen Handlungen auf und lassen über den finalen Verbleib der verschiedenen Objekte und organischen Materialien im Heiligtum reflektieren. Daher setzt sich der Vortrag auch mit konzeptionellen Einordnungen wie “embodied memories” und „sacred trash“ auseinander und versucht deren Anwendung auf die neuen Befunde von S. Anna.
 
Hierzu sind alle herzlich eingeladen